Lärm, das Umweltproblem Nummer eins

Das OHROPAX Lärm-o-meter

Bis an die Schmerzgrenze

Dröhnender Verkehrslärm und laute Musik belasten unser Gehör bis an die Schmerzgrenze. Unsere Ohren sind dieser Dauerbelastung nicht gewachsen. Die Hektik des modernen Lebens geht einher mit einer permanenten Geräuschkulisse, die wir als quälend empfinden.

Für viele Menschen ist Lärm längst zur wichtigsten Umweltbelastung geworden. Jeder vierte fühlt sich durch Lärm stark oder sehr stark belästigt. Als größtes Übel gilt der Straßenverkehr, gefolgt von Fluglärm und Lärm am Arbeitsplatz. Schon 15 bis 20% der Bevölkerung gelten als schwerhörig, in zunehmendem Maß auch Jugendliche. Doch dies ist nur eine der durch Lärm verursachten Krankheiten.

 

Warum wir den Lärm persönlich nehmen

Ob Geräusche als störend oder angenehm empfunden werden, hängt nicht allein von der physikalisch messbaren Größe ab. Neben der Dezibel-Zahl spielen auch die Tonhöhe, der Zeitpunkt, die Dauer und die Art des Geräusches eine Rolle. Das nächtliche Brummen des Kühlschrankes mit 30 dB raubt den Schlaf, während wesentlich lauteres Meeresrauschen entspannend wirkt. Ebenfalls wichtig ist, ob man Einfluss auf die Lärmquelle nehmen kann. Seine Lieblingsmusik hört man gerne laut, das Gedudel aus der Nachbarwohnung stört das Wohlbefinden.

 
 

Lärm am Arbeitsplatz

An vielen Arbeitsplätzen geht es laut zu. Schwerhörigkeit ist eine der häufigsten Berufskrankheiten. Lärm führt aber auch zu Ablenkung, Konzentrationsmangel und Kopfschmerzen und lässt dadurch Unfallrisiko und Fehlerquoten steigen. In der ab 15.2.2006 geltenden EU-Richtlinie „Lärm“ (bisher UVV Lärm bzw. BGV B3) werden die Grenzwerte, denen man sich während eines 8-Stunden-Tages aussetzen darf, weiter gesenkt: ab 80 dB (A) muss Gehörschutz bereitgestellt, ab 85 dB (A) dieser auch zwingend getragen werden.

 

Lärm verursacht Stress

Lärm ist ein klassischer Stress-Faktor. Ab 90 dB werden die Hormone Adrenalin und Noradrenalin, oberhalb 120 dB auch Cortisol freigesetzt. Die Arterien verengen sich, Herzfrequenz und Blutdruck steigen, die Muskulatur und das unterbewusste Nervensystem werden beeinflusst. Fühlt man sich Geräuschen wehrlos ausgeliefert, werden diese Stresshormone auch schon bei deutlich niedrigeren Dezibelwerten ausgeschüttet. Vor allem nachts reagiert der Körper wesentlich empfindlicher. Was eigentlich eine kurzfristige Kampf- und Fluchtreaktion einleiten soll, führt beim zivilisierten Menschen auf Dauer zu Nervosität, Magen-Darmgeschwüren und frühzeitiger Alterung des Herz-Kreislaufsystems. Wohnt man an einer lauten Straße mit einer ständigen Lärmkulisse von 65 dB, ist das Herzinfarkt-Risiko um 20% erhöht.

 
 

Schlaflos durch Lärm

Nächtliche Geräusche wie Straßenlärm, laute Nachbarn, eine gluckernde Heizung oder das Schnarchen des Partners verursachen bei vielen Menschen Schlafstörungen. Fehlt auf Dauer der ausreichende Schlaf, wird die Gesundheit nachhaltig geschädigt. Es kommt zur Schwächung des Immunsystems, Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit nehmen ab.

 

Lärm - ein Tinnitusauslöser

Schon jeder 12. Mitbürger bei uns leidet unter ständigem Rauschen, Klingeln oder Pfeifen im Ohr. Das Gehirn glaubt Geräusche zu hören, die gar nicht vorhanden sind. Die Ursachen sind vielschichtig und noch nicht vollständig erforscht. Die Heilungschancen sind gerade bei länger vorhandenem Tinnitus begrenzt. Lärm gilt in 30% der Fälle als ein mit auslösender Faktor. Ohrstöpsel haben zwar keinen Einfluss auf den bestehenden Tinnitus, können aber helfen, sein Entstehen und seine Verschlimmerung zu vermeiden.