Die Geschichte unserer Geschichte.

 

Es mag kurios klingen, aber ausgerechnet die berühmte Irrfahrt des Odysseus gab den entscheidenden Impuls für die Erfindung von OHROPAX. Es soll um 1903 gewesen sein, als man im Bekanntenkreis von Maximilian Negwer auf die Wachskugeln in der antiken Sage stieß.

 
 

Für alle, die Homer nicht parat haben, sei an dieser Stelle das 2700 Jahre alte Abenteuer kurz zusammengefasst:

 

Odyssee

Odysseus und seine Gefährten wurden von der Zauberin Circe vor der Insel der Sirenen gewarnt. Wer sich von ihrem wunderschönen Gesang betören ließe, müsse sterben. Aber nicht umsonst galt Odysseus als listig. Dem Rat der Zauberin folgend, verschloss er seiner Bootsmannschaft die Ohren mit Kugeln aus Bienenwachs. Sich selber ließ er aber an den Mast binden, um den Sirenen zu lauschen und dennoch widerstehen zu können.

 

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Hintergrund

Durch die Industrialisierung war im ausgehenden 19. Jahrhundert die Lärmbelastung vor allem in den Großstädten ein gesundheitsrelevantes Thema. Tüftler und Erfinder nahmen sich dieses Problems an und entwickelten verschiedene Formen von Schalldämpfern für die Ohren, welche zu der Zeit als "Antiphon" bezeichnet wurden. In dieser Zeit wurden die unterschiedlichsten Patente angemeldet, von  Hohlkugeln aus Hartgummi oder Metall, über gummiartige Hohlstöpsel, bis hin zu wattierten Kopfbinden und in Paraffin getränkte Kugeln aus Watte, Filz oder Schwamm.

 

Firmengründer Maximilian Negwer (hinten)

Ohrmodell um 1928 (vorne)

 

1907/08

Maximilian Negwer erfindet die Marke OHROPAX und gründet 1907 die "Fabrik pharmazeutischer und kosmetischer Spezialitäten Max Negwer". Über das Unternehmen verkauft er neben weiteren Produkten die OHROPAX Geräuschschützer. Die Idee für die Ohrstöpsel bekommt Maximilian Negwer aus seinem Freundes- und Bekanntenkreis. Zu diesem Kreis gehört auch Prof. Jenny Preiß, welche ein Gebrauchsmuster für ein "Antiphon" Geräuschschutz angemeldet hat. Dieses Gebrauchsmuster ist die Grundlage für die Weiterentwicklung der OHROPAX Wachskugeln. (Hinweis: Ein Gebrauchsmuster ist quasi ein "kleines Patent", was bedeutet, dass eine geringere Erfindungshöhe im Vergleich zu einem Patent vorlag.) Zwischen Jenny Preiß und Maximilian Negwer besteht während der Laufzeit des Gebrauchsmusterschutzes von sechs Jahren ein Lizenzvertrag.

 

Maximilian Negwer entwickelt die Idee eines "gebrauchstüchtigen Ruheprodukts für jedermann" zu einem marktfähigen Produkt weiter. Diese Weiterentwicklung umfasst die Optimierung der Rezeptur, die Produktentwicklung zur Serienherstellung und die Gestaltung der Verpackung. Die erste Packung der OHROPAX Geräuschschützer wird im Herbst 1908 zum Preis von einer Goldmark (inflationsbereinigt etwa €5,75) verkauft. Die Blechdose enthält sechs Paar Wachskugeln und ist in Sanitätsgeschäften und Kaufhäusern zu erwerben.

 

Auszug aus der Warenzeichenanmeldung "OHROPAX" beim Kaiserlichen Patentamt vom 27.12.1911

 
 
 


OHROPAX-Anzeige von 1916 (hinten)
Armeedose von 1917 (vorne)

 

1914-17

Im 1. Weltkrieg nutzen die Soldaten OHROPAX als Schutz "gegen die Schallwirkung des Kanonendonners". Neben Maximilian Negwer selbst trägt vermutlich Generalleutnant a.D. Freiherr von Dincklage-Campe 1914 durch seine Kontakte zum Kriegsministerium dazu bei, dass das neuartige Produkt ab 1916 in die Ausstattung der Soldaten aufgenommen wird. Auf diese Weise lernen erstmals weite Bevölkerungsschichten das Produkt kennen und OHROPAX Geräuschschützer wird bald zum Hauptprodukt der Firma.

 

1928

OHROPAX erobert den Markt. Ein überdimensionales Ohrmodell sorgt als Werbe-Dekoration in den Apotheken für große Aufmerksamkeit. Durch Anzeigenkampagnen in Zeitungen und Magazinen etabliert sich OHROPAX als die bekannteste Marke für Gehörschutz. Das Produkt wird weltweit exportiert - bis heute.

 


Werbeanzeige von 1928

 

1943

Nach dem Tod von Max Negwer übernimmt seine Frau Erna Negwer die Geschäfte. Sie lenkt das Unternehmen durch schwierige Zeiten. Bei Kriegsende muss die Produktion wegen Rohstoff-knappheit vorübergehend eingestellt werden.

 

1958

Die seit 1924 in Potsdam ansässige Firma bekommt die Folgen der Teilung Deutschlands zu spüren: Nach der Verstaatlichung übernimmt in der DDR ein Volkseigener Betrieb (VEB Pharmazeutika aus Königsee) die OHROPAX-Produktion. Das von Max Negwer gegründete Familienunternehmen siedelt in den Westen über und startet in Bad Homburg unter Leitung des Gründersohnes Wolfgang Negwer durch.

 
 
 

1974

Der Wirtschaftsaufschwung lässt auch die Verkaufszahlen von OHROPAX nach oben klettern. In dieser Zeit entsteht das neue Logo auf kräftigem Gelb, das die Verpackung für die nächsten Jahre bestimmen wird. Zum Einsatz kommt nach wie vor eine Blechdose.

 

OHROPAX Blechdose von 1908

 

1991

Das Unternehmen bezieht ein neues Betriebsgebäude in Wehrheim/Taunus. Moderne Produktions- und Verpackungsanlagen ersetzen die bisherige Handarbeit. Michael Negwer, ein Enkel des Firmengründers, übernimmt die Geschäftsführung.

 

1993-99

Das Produktsortiment wird um die Schaumstoffstöpsel OHROPAX Soft und OHROPAX Color sowie den Kunststoffstöpsel OHROPAX Multi ergänzt.

 

2005

Erweiterung des Sortiments um den pinkfarbgenen Silikon-Ohrstöpsel OHROPAX Silicon.

 

2007

Das Unternehmen feiert das 100-jährige Bestehen.

 

2011-15

Ein größeres Betriebsgebäude in Wehrheim wird bezogen, um der steigenden Nachfrage gewachsen zu sein. Als neue Produkte erscheinen eine hochwertige Schlafmaske sowie Silikon-Ohrstöpsel in weiteren Farben und Größen.

 

2017

Lamellenstöpsel mit Spezialfiltereinsätzen für die Verwendung beim Fliegen und beim Musikhören werden ins Sortiment aufgenommen.

 

Heute

OHROPAX ist Marktführer im Bereich Geräuschschutz-Ohrstöpsel für Endkonsumenten und dazu die bekannteste Marke in diesem Segment. Die klassischen Wachskugeln, von den jährlich über 30 Millionen Stück hergestellt werden, sind weiterhin eines der Hauptprodukte des in Wehrheim/Taunus ansässigen Familienbetriebes. Gehörschutzstöpsel aller Art und andere Gesundheitsartikel ergänzen die aktuelle Produktpalette.